Henri Charles Ferdinand Marie Dieudonné
Comte de Chambord ( 1820 - 1883)
geboren am 29.09.1820 in Paris.
Sein Vater, Herzog de Berry, wurde 7 Monate vor seiner Geburt von einem fanatischen Anhänger Napoleons ermordet. Er war der
letzte legitim geborene männliche Bourbone.
1824 wurde sein Großvater, Karl X. französischer König. Nach der Juli-Revolution 1830 mußte er
abdanken und Henri wurde als Henri V. als König präsentiert.
Allerdings wurde Louis-Phillippe von Orleans zum König gewählt und die Bourbonen mußten nach Schottland ins Exil.
Henris Mutter, Caroline de Berry wollte den französischen Thron unbedingt für den
10-jährigen Henri zurückgewinnen.
Sie reiste inkognito nach Frankreich und konspirierte gegen die Orleans. Sie fand jedoch nicht genügend Anhänger, wurde
verraten und inhaftiert.
Nachdem sie in Haft ein vermeintlich uneheliches Kind geboren hatte, erhielt Henris Tante, die
Herzogin von Angouleme und
Tochter von Marie-Antionette, das Sorgerecht.
1832 zogen sie nach Prag, schließlich 1840 nach Schloß Frohsdorf in Österreich. Hier wurde ein informeller Hofstaat
aufrechterhalten, in dem Henri als
Majestät angesprochen und behandelt wurde. 1841 erlitt er einen Unfall, woraufhin er lebenslang hinkte. Am 16.11.1846 heiratete Henri auf Drängen seiner Tante
die als unattraktiv beschriebene Marie Theresa, Tochter des Herzogs von Modena, obwohl er sich in die Schwester seiner Braut
verliebt hatte.
1848 wurde Louis-Philippe gestürzt, aber Henri ergriff seine Chance auf den französischen Thron nicht. 1850 versuchten
monarchistische Abgeordnete, die konstitutionelle Monarchie aufrechtzuerhalten und eine Volksabstimmung zu erreichen. Aber
Henri lehnte ab, er wollte nicht legitimer König der Revolution sein und die Tricolore als Staatsbanner führen. Mit der gleichen
Begründung lehnte er 21 Jahre später nochmals eine Ernennung zum König ab.
Er starb kinderlos mit knapp 63 Jahren, am 24.08.1883.