Karl I ( 742/747 - 814) genannt Karl der Große, Charlemagne
Geboren am 2. April 742/747 in Aachen als ältester Sohn von Pippin und dessen Ehefrau Bertrada. Sein Vater ist fränkischer Hausmeier
und wird später König Pippin III.
Karl muß sich nach dem Tod seines Vaters 768 mit dem ungeliebten Bruder Karlmann das Reich teilen. Seine Mutter versucht,
die Einigkeit der Söhne zu erhalten. 770 wird Karls erster Sohn von Himiltrud geboren. Dieser wird 793 einen Adelsaufstand
gegen Karl anführen und ins Kloster verbannt.
Karl und Karlmann heiraten die langobardischen Prinzessinnen Desiderata und Gerberga, Karl verstößt dafür seine erste
Ehefrau Himiltrud. Karl schickt jedoch Desiderata 771 zu ihrem Vater zurück. Karlmann stirbt bereits 771 und Karl reißt die
gesamte Herrschaft des Reiches mit Unterstützung des Papstes an sich.
772 heiratet Karl Hildegard, die Tochter eines fränkischen Adligen. Sie bekommen drei Söhne, Karl, Karlmann
(später Pippin getauft) und Ludwig.
783 stirbt Hildegard. Karl heiratet Ende des Jahres Fastrada, ebenfalls eine Fränkin. Nach deren Tod heiratet er 794
Luitgard. Sie stirbt nur sechs Jahre später. Seine Töchter hat Karl nie verheiratet. Nach seinem Tod wurden sie gezwungen,
ins Kloster zu gehen.
Karls Herrschaft ist geprägt von grausamen Eroberungen und Kriegen. Er erobert nach über 30 Jahren blutigren Kampfes
Sachsen unter ihrem Anführer Widukind, er besiegt die Langobarden im Süden und kämpft in Spanien gegen das Vordringen
der Mauren. Auf dem schnellen Rückweg zum bedrohten Fulda wird seine Nachhut in den Pyrenäen angegriffen, in der
Schlacht von Roncesvalles stirbt auch Graf Hruodland, der Held des späteren Rolandslieds.
788 rechnet Karl mit dem bayrischen Herzog Tassilo ab, der den geleistetet Treueid mit Unterstützung der Langobarden
bricht. Tassilo wird zu Klosterhaft verurteilt und wird später zum Verzicht auf Bayern gezwungen.
Karl dringt entlang der Donau in das Land der Avaren ein. Die ungarische
Tiefebene wird nun durch Bayern besiedelt.
Vom Papst wird er schließlich zum Kaiser gekrönt und Karl strebt nach der Anerkennung durch Byzanz.
Aber er begründete auch die Einheit des Volkes, eine fränkische Heeres- und Gerichtsverfassung, gründet Klöster
und Bistümer und unterstützt die Christianisierung. Er errichtet Verwaltungsgebiete, die von Markgrafen mit erweiterten
Machtbefugnissen geleitet werden. Eine umfassende Gesetzgebung wird eingeführt, Wissenschaft gefördert und eine
Akademie gegründet. Lateinische Texte werden ins deutsche übersetzt, Pfalzen und Meierhöfe werden errichtet.
810 stirbt sein Sohn Pippin, 811 der zweite Sohn Karl, Ludwig der Fromme, Karls dritter Sohn wird als Reichserbe
eingesetzt.
Am 28. Januar 814 stirbt Karl in Aachen.