Jean Lafitte (um 1770 - nach 1822)
soll in Frankreich oder auf Haiti um 1770 geboren worden sein.
Etwa um 1803 tauchen er und sein Bruder Pierre im Golf von Mexiko auf. Sie handeln mit Sklaven und anderen Gütern zu Wasser
und zu Land. Mit ihrer Flotte
von über 10 Schiffen überfallen sie französische, britische und spanische Schiffe. Ihr Heimathafen ist die Barataria Bay,
südlich von New Orleans, ein schwer zugängliches Gebiet im Golf von Mexiko. Um diese Zeit, auch durch den Handel Lafittes,
erfährt die Gegend um New Orleans
einen wirtschaftlichen Aufschwung. Das "Königreich Barataria" mit bis zu 1000 Menschen ist eine einflußreiche Macht.
Schließlich setzt der Gouverneur von New Orleans ein Kopfgeld aus, Jeans Bruder wird kurzzeitig inhaftiert und der Heimathafen beschlagnahmt.
Doch 1812 führt England Krieg gegen die Amerikaner. Jean Lafitte beteiligt sich auf Seiten der Amerikaner. Dank seiner Waffen und
Männer siegen die Amerikaner in der Schlacht um New Orleans am 8. Januar 1815. Lafitte wird begnadigt, aber er verliert
Barataria.
Bereits ein Jahr später macht er
Pläne für einen neues Schmugglerzentrum im spanisch regierten Texas als Stützpunkt für Überfälle. Er schafft es, Galveston
von feindlichen Piraten zu
erobern und macht es zum Zentrum der Piraterie. Pierre arbeitet zeitweilig als spanischer Spion.
Um 1820 verlassen die Brüder Galveston, nachdem Texas von den Spaniern an Amerika abgetreten worden war.
Sie siedeln nach Yucatan, Mexiko, über, wo sie weiterhin Schiffe überfallen.
Anhand eines angeblich autobiografischen Dokumentes, das in den 1940er aufgetaucht ist, soll Jean Lafitte bis 1854 als
wohlsituierter amerikanischer Bürger
und Familienvater in St.Louis, Missouri gelebt haben. Die Echtheit des Dokuments kann bisher nicht zweifelsfrei festgestellt
werden.